10405 Pankow



"VIELFALT GESTALTET- für Toleranz und Demokratie"

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Carl Chung, Rufus Sona

Kontaktdaten:
Stiftung SPI "Walter May"
Belforter Str. 20
10405 Berlin
Tel: 030-41725628
Email:
www.stiftung-spi.de www.stiftung-spi.de/
vielfalt.gestaltet
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-12/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangbote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Umgang mit interethnischen Konflikten in der Einwanderungsgesellschaft

Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer sowie Sozialpädagoginnen und -pädagogen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Das Modellprojekt soll Schulen und Ausbildungseinrichtungen in einem längerfristig angelegten Beratungsprozess qualifizieren, sich strukturell zu verändern mit dem Ziel, Vielfalt als positiven Wert zu begreifen und zu vermitteln sowie diesen gewinnbringend für sich zu nutzen.
Dabei geht es in der Praxis um alle Akteurinnen und Akteure der Einrichtung.
Der Beratungsansatz greift vorhandene Ziele der Beteiligten auf und setzt auf Mitgestaltung, Partizipation und demokratische Entscheidungsprozesse. Durch Prozesse der Beteiligung und Vernetzung werden Vielfalt und Verschiedenheit als Ressource für die Gestaltung des Zusammenlebens in Form von Wertschätzung, Respekt und demokratischen Werten erfahrbar. Jugendliche und junge Erwachsene werden befähigt, sich in einer offenen Gesellschaft zu orientieren.

Leitziel 1: Die Vielfalt innerhalb der Institution sichtbar machen
Leitziel 2: Die Vielfalt des sozialen Umfelds in der Einrichtung sichtbar nutzbar machen (Vernetzung im Gemeinwesen)
Leitziel 3: Die Vielfalt an Meinungen und Interessen in Entscheidungsprozesse einbinden

Handlungskonzept:
Das Konzept orientiert sich an Managing Diversity-Strategien aus dem Bereich der Unternehmensberatung. Erste Bausteine wurden 2006 an einer Gesamtschule in Neukölln durch das Mobile Beratungsteam (MBT) "Ostkreuz für Demokratieentwicklung, Menschenrechte und Integration" der Stiftung SPI Berlin entwickelt. Die Reflexion der dort gewonnenen Erfahrungen führte zum Konzept für das Bundesmodellprojekt, das nun an möglichst unterschiedlichen (Aus-)Bildungseinrichtungen mit verschiedenen Problemlagen erprobt wird. Es initiiert und fördert insbesondere Entwicklungsprozesse, die der Institution helfen, eigene Ziele zu verwirklichen bzw. Probleme zu beheben. Dies geschieht in einer Weise, welche die Vorteile von Vielfalt jeglicher Art relevant werden lässt.

Im Rahmen des Projektes wird bei insgesamt vier Schulen bzw. Ausbildungseinrichtungen ein Prozess in fünf Schritten angeregt:
1. Analyse: Im Zusammenwirken mit der Leitung sowie Vertreterinnen und Vertretern aller beteiligten Gruppen wird ein multiperspektivisches Lagebild ermittelt, um gemeinsame Leitbilder und Handlungsfelder zu bestimmen.
2. Entscheidungen: Präsentation der Ergebnisse des ersten Schrittes in allen zuständigen Gremien, um mit den Beteiligten konkrete Ziele und ein maßgeschneidertes Handlungskonzept zu entwickeln.
3. Implementierung: Umsetzung eines integrierten Maßnahmeplanes, der insbesondere auf die Stärkung von Kompetenzen im wertschätzenden und konstruktiven Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit sowie auf die verantwortliche Einbeziehung aller Beteiligten in die Gestaltung des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens abzielt. Der Prozess findet unter Einbeziehung von weiteren Kooperationspartnern statt.
4. Langfristige Verankerung: Sicherung eines fortlaufenden Prozesses durch strukturelle Veränderungen (Personalentwicklung, Steuerungsinstrumente und -gremien, finanzielle Ressourcen etc.).
5. Überprüfung der Ziele: Am Ende der Umsetzung des Maßnahmeplanes und der strukturellen Ergebnissicherung steht die Überprüfung der Ergebnisse anhand der jeweiligen Ziele. Eine auswertende Analyse dient als Grundlage für einen erneuten Entscheidungsprozess über notwendige Veränderungen und Maßnahmen.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Eine Welt der Vielfalt e. V. (EWdV), Berlin:
· Schaffung eines neuen Klimas des Respekts und der Toleranz durch die Förderung von Offenheit für Fremde und Vielfalt und der Bereitschaft, sich für Aufgaben im Gemeinwesen zu engagieren.

Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA), Berlin:
· Förderung von Schülerinnen und Schülern/ Auszubildenden insbesondere mit Migrationshintergrund (Empowerment, Partizipation)
· Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema Diskriminierung

Das "Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin" (ADNB) des TBB:
· Workshops, Trainings und Beratung
· Sensibilisierung und Empowerment zu Diskriminierungserfahrungen

Schule OHNE Rassismus - Schule MIT Courage (SOR-SMC):
· Projekttage, Beratung und Coaching, Diskussionsveranstaltungen, Lehrerfortbildung
· Förderung einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft gegen Diskriminierung, Rassismus und Gewalt

ABQUEER
· Aufklärung und Beratung zu lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender (kurz: lsbt) Lebensweisen
· sexualpädagogischer Workshop

Erwartete Ergebnisse:
Im Rahmen des Projektes wird eine Analyse der jeweiligen Problemlagen, Herausforderungen sowie der vorhandenen Potenziale und Ressourcen, Kompetenzen und Visionen als Basis für eine Handlungsstrategie (Maßnahmeplan) erstellt. Daraus abgeleitete Maßnahmen können Fortbildungen und Workshops, Initiativen und Arbeitsgruppen, die Entwicklung von Verhaltenskodizes, Überarbeitungen des Schulprogramms / Leitbildes, die Neugestaltung von Websites u. v. a. mehr sein. Das zentrale Ergebnis ist jedoch die Initiierung des Gesamtprozesses und die Entwicklung von Instrumenten und Strukturen zu seiner Steuerung.
Beim Ansatz des Managing Diversity geht es um eine strukturelle Veränderung der Institution und um Maßnahmen (Diversity-Instrumente), die gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren an der Schule/ Ausbildungseinrichtung entwickelt werden. Somit entstehen tragfähige Strukturen, die auch längerfristig ein Fortbestehen (Mainstreaming von Diversity) gewährleisten.
Das Modellprojekt soll auch über den konkreten Rahmen der beteiligten (Aus-)Bildungseinrichtungen hinaus ausstrahlen. Dies wird durch die Kooperation mit Akteurinnen und Akteuren im sozialen Raum, durch die Öffentlichkeitsarbeit und die Interaktion/ Kommunikation der Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft in ihrem fachlichen und persönlichen Bekanntenkreis, gewährleistet.

Eine Broschüre zur öffentlichen Darstellung des Projekts sowie eine Zwischenbilanz der bisherigen Projektergebnisse kann über das Büro bezogen werden. Zudem ist als Endbilanz des Projekts eine Handreichung geplant. Diese soll als Einführung und Leitfaden für Einrichtungen dienen, die sich für einen Diversity-Prozess interessieren und für diese Zielgruppe Voraussetzungen, Umfang und Gewinn eines Diversity-Prozesses, auch anhand von Praxisbeispielen verdeutlichen.