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amira - Antisemitismus im Kontext von Migration und Rassismus

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Claudia de Coster

Kontaktdaten:
Verein für Demokratische Kultur - Initiative für urbane Demokratieentwicklung e. V.
Chausseestr. 29
10115 Berlin
Tel: 030-27595023
Email:
www.vdk-berlin.de www.amira-berlin.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-08/2010

Themencluster:
Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus

Unterthema:
Antisemitismus bei jugendlichen Migrantinnen und Migranten

Hauptzielgruppe:
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Identifizierung und Bearbeitung von Diskursblockaden zum Thema Antisemitismus in Migranten-Communities
2. Erstellung einer gemeinsamen Problembeschreibung von Jugendarbeiterinnen und -arbeitern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Migranten-Organisationen
3. Partizipative Entwicklung und Erprobung von pädagogischen Modulen zur Bearbeitung von Antisemitismus unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der offenen Jugendarbeit

Handlungskonzept:
Angesichts der polarisierten und emotional aufgeladenen Diskurse um Antisemitismus bei Migrantinnen und Migranten kann eine Auseinandersetzung nicht allein "von außen" initiiert, sondern muss wesentlich von den Communities mitgetragen werden. Um eine Bevölkerungsgruppen-übergreifende und dennoch zielgruppenspezifische Bearbeitung des Antisemitismus gewährleisten zu können, muss das Thema entsprechend kontextualisiert werden. Die jahrzehntelangen Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen von Migrantinnen und Migranten, insbesondere mit Rassismus, müssen berücksichtigt und ihr Zusammenhang mit der Resonanz antisemitischer Erklärungsansätze untersucht werden. Insbesondere wird gefragt, unter welchen Umständen und aus welchen Gründen antisemitische Erklärungsansätze funktional für Identitätsbildungsprozesse bei Jugendlichen werden können.

Mit Blick auf Zugangsproblematiken sollen gemeinsam Antworten auf Fragen entwickelt werden, die potenzielle Partnerinnen und Partner aus Migranten-Communities (legitimerweise) beschäftigen: Wie gehe ich mit dem Vorwurf der "Nestbeschmutzung" um? Wie stelle ich sicher, dass meine Beschäftigung mit Antisemitismus nicht Stigmatisierungstendenzen bekräftigt, die am Ende auch mich betreffen? Ebenso muss das diskursive Spannungsfeld zwischen Islamismus und Islamfeindlichkeit als weitere relevante Kontextbedingung des aktuellen Antisemitismus unter Migrantinnen und Migranten aus mehrheitlich muslimischen Ländern berücksichtigt werden.

Aus diesem Grund ist das Projekt so partizipativ wie möglich angelegt. Vertreterinnen und Vertreter von Migranten-Organisationen sind genauso wie die Jugendarbeiterinnen und -arbeiter in allen Phasen des Projektes aktiv und passiv eingebunden. Den Ergebnissen der ersten Phase (Diskursanalyse) entsprechend, werden bedarfsgerechte und themenzentrierte Foren des Austauschs und der Zusammenarbeit geschaffen, in denen relevante Akteurinnen und Akteure zum Thema zusammenarbeiten.

Die Handlungsunsicherheiten und Bedarfe bei Jugendarbeiterinnen und -arbeitern in Bezug auf die pädagogische Bearbeitung von Antisemitismus werden als zweiter Ansatzpunkt genommen. Gemeinsam werden bisher existierende Konzepte sowohl für die Fortbildung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als auch für die pädagogische Arbeit mit migrantischen Jugendlichen weiterentwickelt oder neu konzipiert. Diese werden in ausgewählten Jugendeinrichtungen erprobt sowie anschließend evaluiert, ggf. weiterentwickelt und dokumentiert.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie Berlin e. V. (RAA)
· Amadeu Antonio Stiftung
· Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e. V.
· Bildungsteam Berlin-Brandenburg e. V.
· Ufuq.de - Jugendkultur, Medien und politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft
· Kurdische Gemeinde zu Berlin-Brandenburg e. V.
· Türkischer Bund Berlin-Brandenburg
· Karame e. V.
· DTK Wasserturm Kreuzberg
· Drehpunkt, Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V.
· Alte Feuerwache e. V.
· Mädchenzentrum alia
· Türkiyemspor e. V.
· Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin (Jugendamt)

Erwartete Ergebnisse:
1. Identifikation von Gelingensbedingungen für die Bearbeitung von Antisemitismus bei jugendlichen Migrantinnen und Migranten im Kontext von Rassismus und Migration
2. Handreichung(en), in der bzw. denen die entwickelten Konzepte, Methoden und Materialien publiziert werden
3. Nachhaltige Verankerung der Projektergebnisse im Bezirksteil Kreuzberg durch enge Kooperation mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Jugendfreizeiteinrichtungen, mit Vertreterinnen und Vertretern von Migranten-Organisationen sowie dem Jugendamt.
4. Übertragbarkeit sowohl auf andere ethnisch plurale Städte und Stadtteile als auch evtl. auf andere demokratiegefährdende Phänomene in/ innerhalb von Migranten-Communities




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