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Kinder für eine Welt - Erziehung zur Toleranz

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Thomas Schnaak

Kontaktdaten:
Käpt'n Browser gGmbH
Wilhelmstraße 52
10117 Berlin
Tel: 030-9799130
Email:
www.browsersworld.de www.browsersworld.de/
front_content.php?idcat=327
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 08/2007-07/2010

Themencluster:
Früh ansetzende Prävention

Unterthema:
Förderung von Partizipation bzw. die aktive Beteiligung an demokratischen Entscheidungsprozessen

Hauptzielgruppe:
Kinder und jüngere Jugendliche

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Mit dem Modellprojekt "Kinder für eine Welt - Erziehung zur Toleranz" verwirklicht die Käpt'n Browser gGmbH in ihren Einrichtungen ein Lernen zwischen den unterschiedlichen Kulturen. Für die pädagogische Arbeit in den Kindertagesstätten bedeutet dies, alle Kinder und ihre Familien in ihrem jeweiligen kulturellen Selbstverständnis zu akzeptieren. Eine integrative Erziehung, die gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Behinderungen, kann darüber hinaus als wichtiges Element der frühkindlichen Heranführung an Grundwerte wie gegenseitige Achtung, Respekt und Toleranz dienen. Kinder erfahren von Beginn an durch den Besuch von integrativen Gruppen das solidarische Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen - und Eltern begreifen die Vielfalt in Kindertagesstätten als Chance und nicht als Belastung.

Handlungskonzept:
Die Medien üben eine große Faszination auf Kinder aus. Sie werden im Rahmen des Modellprojektes konsequent als methodisches Instrument genutzt, um Vorurteile abzubauen und gemeinsame, verbindende Aktivitäten zwischen Kindern unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Entwicklungsständen zu initiieren. Dabei wird nicht der passive Medienkonsum verstärkt, sondern vielmehr die aktive Auseinandersetzung und kreative Anwendung gefördert. Die Kinder drücken mit Hilfe der Medien ihre eigenen Träume und Gefühle aus und erfahren darin ihre Selbstwirksamkeit.

Das Projekt ruht auf zwei Säulen und wird in der Kita Sonnenschein und in der Integrationskita Salvador-Allende-Straße durchgeführt. Die Kita Sonnenschein befindet sich in Berlin-Tiergarten, einem Sozialraum mit einem hohen Ausländeranteil. In der Einrichtung werden 110 Kinder aus über 25 Herkunftsländern betreut. Der Projektansatz zielt darauf ab, interkulturelle Erziehung und Bildung mit medienpädagogischen Methoden zu verbinden. Die Kinder in den Elementar- und Vorschulgruppen entwickeln, unterstützt von den Erzieherinnen, Erziehern und den Eltern, mit Hilfe von traditionellen und modernen Medien einen Atlas für ihre Kita, in dem die verschiedenartige Geschichte und Kultur der Herkunftsländer in Form von Bildern, Fotos, Trickfilmen und Hörspielen abgebildet werden soll. Durch die gemeinsame Projektarbeit wächst frühzeitig das Verständnis für andere Kulturen. Der multimediale Atlas steht allen Eltern und interessierten Besucherinnen und Besuchern der Kita offen, er wurde in digitaler Form (CD/ DVD) aufbereitet und wird fortlaufend aktualisiert. Er ist eingebettet in andere Aktivitäten, die interkulturelles Verständnis fördern können, dazu gehören u. a. thematische Länderwochen, Besuche in Ausländerzentren, Botschaften, Religionshäusern, internationalen Begegnungsstätten und Weltläden.

Die Integrationskita befindet sich im Berliner Stadtbezirk Treptow-Köpenick, hier werden Kinder mit und ohne Behinderungen in acht Integrationsgruppen gemeinsam betreut und gefördert. Im Rahmen des Projektes werden die Kinder an die gebärdenunterstützte Kommunikation (GUK) spielerisch herangeführt. Das Sprechen wird dabei nicht ersetzt, sondern mit Gebärden unterstützt. Die Gebärden werden mit Bild- und Wortkarten begleitet. Hier ergibt sich die Möglichkeit auf verschiedenen Ebenen zu lernen. Die Kinder erleben, dass es unterschiedliche Wege gibt, sich verständlich zu machen - durch Gebärden, Mimik und Sprache. Im Rahmen des Projektes wurden bereits GUK-Bilderbücher, Gebärdenrätsel, Reime, Lieder und Dokumentationen erarbeitet, die ständig weiterentwickelt werden. Der Ansatz, den Kindern die Vielschichtigkeit von menschlicher Kommunikation anschaulich zu machen, stellt eine Form der Erziehung zur Toleranz dar, ist eine Möglichkeit der Wertschätzung des Andersartigen. Durch diese integrative soziale Kommunikation sollen frühzeitig das Verständnis füreinander entwickelt und Ausgrenzungen sowie Gewalt verhindert werden.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
1. Land Berlin, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung (Tagesbetreuung von Kindern, fachliche Unterstützung)
2. Quartiersmanagement Berlin-Tiergarten Süd (aktive Stadtentwicklung, organisatorische Unterstützung)
3. Lebenshilfe Berlin e. V. (Behindertenhilfe, Durchführung von GUK-Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher)
4. KON TE XIS, (Wissenstransfer von naturwissenschaftlich-technischen Bildungsinhalten, Publikation von Projektergebnissen)
5. Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (fachliche Unterstützung)
6. Medienkompetenz Berlin-Brandenburg (fachliche Unterstützung)
7. barrierefrei kommunizieren (fachliche Unterstützung)
8. Paritätischer Wohlfahrtsverband (Dachorganisation, organisatorische und fachliche Unterstützung)

Erwartete Ergebnisse:
Die qualitativen Ergebnisse lassen sich nicht statistisch erfassen. Sie dürften jedoch in der Qualität der von den Kindern mitgestalteten Projektdokumentation (Medienatlas und Buch zur GUK) sichtbar werden. Ob die in den beiden Projektfeldern verankerte Toleranzerziehung darüber hinaus Früchte trägt, wird im Verhalten der Kinder und Erzieherinnen und Erzieher in der Kita erkenntlich. Das kindliche Verhalten wird von den Erzieherinnen und Erziehern beobachtet und dokumentiert. Die Eltern können außerdem ihre Beobachtungen zum häuslichen Verhalten der Kinder einbringen.

Die in den beiden Projektfeldern beschriebenen Ansätze werden von der Käpt'n Browser gGmbH als langfristige Aufgaben verstanden, die nicht durch einmalige Aktivitäten als erledigt angesehen werden können. Deshalb werden diese Inhalte und methodischen Herangehensweisen sukzessive in die Bildungspläne der Kitas implementiert, um eine nachhaltige Wirkung entfalten zu können. Die gesammelten Erfahrungen werden für die bundesweite Fachdiskussion, durch gezielte Veröffentlichungen in einschlägigen Medien und durch kollegialen Austausch in verschiedenen Fachgremien zur Verfügung gestellt.




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