| Kontaktdaten: RAA Berlin Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie Berlin Chausseestr. 29 10115 Berlin Tel: 030-24045-100 Email: www.raa-berlin.de www.osz-gegen-rechts.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Berliner Oberstufenzentren (OSZ) Bundesland: Berlin weitere Länder: Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Brandenburg sind möglich Förderzeitraum: 07/2007-06/2009 |
Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Hauptzielgruppe:
Männliche Jugendliche aus "bildungsfernen" Milieus mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit
Leitziele:
Die Ziele des Projektes sind:
· die argumentative und methodische Stärkung von engagierten demokratischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften an Oberstufenzentren (OSZ) gegen Rechtsextremismus,
· die Verbreiterung des Netzes engagierter Lehrerinnen und Lehrer sowie der Aufbau eines Netzes engagierter Schülerinnen und Schüler an Berliner OSZ gegen Rechtsextremismus,
· der Aufbau von selbständig arbeitenden Schülervertretungen an OSZ als Beitrag für ein demokratisches Schulklima und als Zentrum von Aktivitäten gegen Rechtsextremismus an OSZ,
· die Entwicklung modellhafter Praxis gegen Rechtsextremismus und zur Auseinandersetzung mit rechtsorientierten Schülerinnen und Schülern unter Einbeziehung der demokratischen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sowie
· die Verbesserung von Strategien der politischen Bildung und der Kooperation von Trägern der politischen Bildungsarbeit mit OSZ im Bereich der Rechtsextremismusprävention.
Handlungskonzept:
Die Projektarbeit gliedert sich in vier Bereiche:
· Politische Bildung
Ein modellhaftes Curriculum für Lehrerfortbildungen für OSZ-Lehrerinnen und -Lehrer zum Thema Rechtsextremismus wird entwickelt. Dazu finden im ersten Projektjahr fünf eintägige Fortbildungsveranstaltungen statt. Diese werden evaluiert, für ein zweites Projektjahr fortentwickelt und im ersten Halbjahr 2009 dokumentiert. Folgende Themen werden in den Veranstaltungen u. a. angesprochen: Argumentationen gegen rechte Parolen, der Umgang mit rechtsextremen Schülerinnen und Schülern in der Schule und Klasse, Recht gegen Rechtsextremismus, Argumentationen gegen rechte Parolen sowie Informationen über rechtsextreme Jugendkultur zur Stärkung der Analysefähigkeit. Für Schülerinnen und Schüler an den Modell-OSZ finden je eine zweitägige Schulung für die Schülervertreterinnen und -vertreter sowie ein eintägiger Nachtermin pro Jahr statt. Fachtagungen werden jeweils im zweiten Halbjahr für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer angeboten und organisiert.
· Modell- und Praxisschulen
Modellhaft wird an drei OSZ in Berlin gute Praxis gegen Rechtsextremismus entwickelt und dokumentiert. Dazu gehört die Projektentwicklung und -durchführung mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern an den OSZ. Jedes Schuljahr soll mindestens eine zielgerichtete Aktivität an jedem Modell-OSZ durchgeführt werden, welche die argumentative Auseinandersetzung mit rechtsorientierten Schülerinnen und Schülern sucht.
· Inhaltliche Weiterentwicklung unter Einbeziehung demokratiepädagogischer und sozialwissenschaftlicher Aspekte
Es sollen neue Erkenntnisse aus der Sozialwissenschaft in die Praxis der Rechtsextremismusprävention einfließen. Im Blickfeld stehen: Studien zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit von Heitmeyer (Bielefeld), die Dimensionen rechtsextremer Ideologie nach Stöss (Berlin) und die Autoritarismus-Studie von Frindte (Jena). Der Transfer findet über die Fortbildungsreihen und Aktivitäten in den OSZ statt. Im zweiten Projektjahr werden Ansätze der interkulturellen Pädagogik miteinbezogen.
· Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Mit dem Projekt verbindet sich der Aufbau eines Netzwerkes von engagierten Schülerinnen und Schülern und eines Netzwerkes interessierter Lehrerinnen und Lehrer. Weitere Inhalte sind die Multiplikation erfolgreicher Praxisbeispiele, die Erstellung einer Liste von Institutionen und Trägern, die mit Referentinnen und Referenten in Schulklassen gegen rechtsextremistische Argumentationen arbeiten sowie die Kommunikation über die Website.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Der unterstützende Partner auf der Steuerungsebene ist die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin.
· Die evangelische Berufsschularbeit/ Haus Kreisau mit ihren zahlreichen Kontakten in die Berliner OSZ unterstützt das Projekt bei Seminarveranstaltungen und der Werbung für das Projekt in den OSZ über ihre dort tätigen Pädagoginnen und Pädagogen.
· Ein weiterer wichtiger Förderer ist der Beauftragte für Integration und Migration des Senats von Berlin.
. Mit den drei Modell-OSZ sind Kooperationsverträge abgeschlossen worden, ebenfalls mit der Landeskoordination von "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage".
Erwartete Ergebnisse:
· Das für die Lehrerfortbildungen erarbeitete und evaluierte Curriculum wird in einer Broschüre dokumentiert und publiziert.
· Träger der Lehrerbildung und politischen Jugendbildung nehmen die Ergebnisse auf und bieten entsprechende Veranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler an.
· An den Modell-OSZ haben sich Strukturen gebildet, in denen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer kontinuierlich gegen Rechtsextremismus engagieren und regelmäßig an die Schulöffentlichkeit treten.
· Auf Berliner Ebene ist ein Netz von engagierten Lehrkräften entstanden.
· Die Schülervertretungen an OSZ sind für das Thema sensibilisiert und arbeiten kontinuierlicher.
· Demokratische Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer können besser gegen rechtsextreme Parolen argumentieren und setzen sich mit rechtsorientierten Schülerinnen und Schülern an ihrem OSZ argumentativ auseinander.