| Kontaktdaten: Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. Mühlendamm 3 10178 Berlin Tel: 030-40040100 Email: www.adb.de www.adb.de/ arbeitsfelder/ projekte.php |
Durchführung: Durchführungsort/e: Aurich, Essen, Bielefeld, Hattingen, Vlotho, Bremen, Krölpa, Bad Segeberg, Berlin-Kreuzberg Bundesland: Berlin weitere Länder: Niedersachsen, Bremen, NRW, Thüringen, Schleswig-Holstein Förderzeitraum: 07/2007-07/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen
Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten
Leitziele:
1. Das Projekt zielt auf das Gelingen gemeinsamer Lern- und Arbeitserfahrungen von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund ab.
2. Die Erlangung interkultureller Kompetenz wird angestrebt. Somit sollen die Jugendlichen in die Lage zu versetzt werden, gemeinsam an einem Thema zu arbeiten oder etwas gemeinsam zu gestalten. Dabei sollen sie lernen, ihre gegenseitigen kulturellen und religiösen Unterschiede zu respektieren und als Bereicherung zu verstehen. Bestehende Konflikte sollen dabei nicht ignoriert, sondern gewaltfreie Wege der Konfliktlösung erfahrbar werden.
3. Von den Erfahrungen und Möglichkeiten außerschulischer Jugendbildungsarbeit sollen Schulen durch die Entwicklung gezielter Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer profitieren.
Handlungskonzept:
Die inhaltlichen Schwerpunkte des Projektes liegen während des ersten Teils in der Realisierung von etwa 70 bis 90 Bildungsmaßnahmen in Form von Seminaren, Projekten und Workshops. Dort sollen junge Migrantinnen und Migranten zusammen mit deutschen Jugendlichen zu verschiedensten Themen aus dem Bereich der politischen Bildung arbeiten und ein gemeinsames Arbeitsergebnis bzw. Produkt erstellen. An dem Projekt sind neun Mitgliedseinrichtungen des AdB aus sechs Bundesländern beteiligt, die für die Durchführung der Maßnahmen verantwortlich sind. Das Management und die Steuerung des Projektes übernimmt eine Steuerungsgruppe, die aus den Projektverantwortlichen der beteiligten Einrichtungen gebildet wird.
Hospitierende Lehrkräfte aus allgemein bildenden Schulen begleiten und beobachten nach eigens entwickelten Kriterien und Maßnahmen und evaluieren diese. Die so entstandenen Ergebnisse sind in eine bundesweite Auswertungstagung für die beteiligten Lehrkräfte eingeflossen, die der AdB im November 2008 organisierte. Dort wurden, auf Grundlage der gewonnenen methodischen und didaktischen Erkenntnisse, Themen für Fortbildungsmodule zum interkulturellen Lernen für Lehrkräfte entwickelt, die ab dem Herbst 2009 in einer Pilotphase erprobt wurden.
Die letzte Projektphase beinhaltet die Evaluierung und Dokumentation der einzelnen Schritte des Gesamtprojektes durch die Projektsteuerungsgruppe sowie eine Abschlusstagung.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
Schulische Kooperationen:
· Thüringer Lehrerfortbildungsinstitut
· Regionale staatliche Schulämter
· Studienseminar Osnabrück
· Unesco - Projektschulen
· Allgemeinbildende Schulen mit hohem Migrantenanteil
· Berufskolleg Holsterhausen der Stadt Essen
Kooperationen mit religiösen Trägern und Migrantenorganisationen:
· Arbeitskreis Religion und Integration NRW
· Islamisches Zentrum Bielefeld
· DITIB, Berlin
· Muslimische Akademie, Berlin
Nicht kommerzielle Medien:
· Radio Ostfriesland
· Neue Essener Welle (Radio)
· Offener Kanal Essen
· Forum für Kreativität und Kommunikation, Bielefeld
Erwartete Ergebnisse:
1. Das informelle Lernen der Jugendlichen steht im Mittelpunkt des methodischen Konzeptes. Die kulturellen und religiösen Unterschiede werden nicht zum offiziellen Thema der geplanten Maßnahmen, vielmehr erfolgt die Motivation zur Teilnahme über die ausgewählten Themen aus dem Bereich der politischen Bildung.
2. Ohne Ergebnis kein Erfolg! Die pädagogische Arbeit mit den Jugendlichen hat die Erstellung eines gemeinsamen Endprodukts als Ergebnis zum Ziel. Das waren u. a. ein Theaterstück, eine Homepage, ein Musikstück, ein Radio- oder Filmbeitrag. Als so genanntes "Erfolgs-Denkmal" machen sie den gemeinsamen Lernerfolg darstellbar und dokumentierbar. Das "Erfolgs-Denkmal" soll der gemeinsamen Identifikation der Teilnehmenden mit dem erarbeiteten Ergebnis dienen.
3. Das gemeinsame zielgerichtete Arbeiten befördert darüber hinaus im Kontext informellen Lernens die Auseinandersetzung über Herkunft, Heimat und anders sein durch andere kulturelle Hintergründe und Religiosität. Durch professionelle pädagogische Anleitung wird diese Auseinandersetzung angestoßen.
4. Jugendliche mit Migrationshintergrund lernen Bildungsstätten als Ort des demokratischen Diskurses und sozialen Lernens kennen und werden zu Co-Produzentinnen und -Produzenten ihres eigenen Lernprozesses.
5. Lehrerinnen und Lehrer lernen schließlich von den Jugendlichen und transformieren diese Erfahrungen in eigene Bildungsangebote für Kolleginnen und Kollegen an allgemein bildenden Schulen. Für alle Beteiligten ergeben sich am Ende des Projektes die, für die weitere Arbeit motivierenden, Lernerfolge.