10965 Kreuzberg

Migrantenjugendliche und Jugendkulturen

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Klaus Komatz

Kontaktdaten:
Archiv der Jugendkulturen e. V.
Fidicinstr. 3
10965 Berlin
Tel: 030-6942934
Email:
Email 2:
www.jugendkulturen.de www.culture-on-the-road.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin und bundesweit
Bundesland: Berlin
weitere Länder: bundesweit
Förderzeitraum: 08/2007-10/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen

Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Im Zentrum stehen die Vermittlung von kultureller Vielfalt und die Stärkung von interkultureller Kompetenz, Toleranz und Gewalt verachtenden Einstellungen und Handlungspraxen sowie Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit unter aktiver Partizipation von Migrantenjugendlichen. Dazu wird ein Expertenpool durch Qualifizierung von Migrantenjugendlichen als "Expertinnen und Experten in eigener Sache" aufgebaut.

Ein wichtiges Projektziel ist die Stärkung der interkulturellen Kompetenz und Sensibilisierung der Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie politischen Bildnerinnen und Bildner und der kommunalpolitisch Verantwortlichen durch Multiplikatorenfortbildungen. Qualifizierte (Migranten-)Jugendliche sind dabei die Vermittlerinnen und Vermittler.

Außerdem wird die interkulturelle Kompetenz von Jugendlichen durch die Auseinandersetzung mit Migration, Demokratie, Rassismus, Vorurteilen und Toleranz im Rahmen von bundesweit durchgeführten Projekttagen gefördert. Dieses Ziel wird auch durch die mehrwöchige Gruppenarbeit mit Migrantenjugendlichen im Archiv der Jugendkulturen selbst verfolgt.

Weiterhin werden umfassende und differenzierte Informationen über Jugendkulturen, Freizeitverhalten, Medienrezeption und grundlegende Wertorientierungen von Migrantenjugendlichen verschiedener Herkunftsländer erhoben.

Handlungskonzept:
Die deutsche Mehrheitsgesellschaft weiß fast nichts über Jugendliche in Deutschland mit Migrationshintergrund. Ideale Vermittlerinnen und Vermittler dieses Wissens sind Migrantenjugendliche selbst. Das Archiv der Jugendkulturen sucht deshalb im Rahmen seines Projektes gezielt jugendkulturell engagierte Jugendliche mit Migrationshintergrund als Teammitglieder. Es bildet die Jugendlichen kontinuierlich fort. Damit sollen sie authentische Expertinnen und Experten in eigener Sache sein und als professionelle Referentinnen und Referenten Fortbildungen zum Thema durchführen können. Das geschieht im Rahmen des Projektes, ist aber perspektivisch auch für andere Träger angedacht. In Workshops mit Schülerinnen und Schülern des Teilprojektes "Culture on the Road" werden auch andere nicht migrantische Jugendliche für diese Thematik sensibilisiert.

In einem anderen Projektmodul werden Gruppen von Migrantenjugendlichen aus kooperationsbereiten Berliner Schulen eingeladen, in mehrwöchigen Literatur- und Fotowerkstätten ihre Befindlichkeiten zu erforschen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Als Ergebnis dieser Auseinandersetzung der Jugendlichen mit ihrem Alltag in Berlin entstehen Reader, Fanzines, Multimediashows und mehrere öffentliche Inszenierungen der entstandenen Texte und Bilder. Höhepunkt ist jeweils die Zusammenführung der Ergebnisse in einer Ausstellung.
2007 entstand die Ausstellung "Hinter den Kulissen. Alltag von jungen Migrantinnen". Sie wurde 2008 auch im Berliner Abgeordnetenhaus und in der Galerie an der Friedrichstraße gezeigt. Die Vernissage zu "Auf dem Sprung" fand am 30.04.2009 im Archiv statt; die Ausstellung lief dann bis zum 07.09.2009. Vom 09. bis zum 11.10.2009 waren Teile der Ausstellung auf der größten Jugendmesse Europas - der YOU 2009 – im Bereich der Lehrerlounge zu sehen.
Und eine dritte Gruppe präsentierte vom 19.09. bis 11.11.2009 die Ausstellung "LOS! Literatur im Labyrinth". Im Frühjahr 2010 starten die nächsten Werkstätten.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
· Beauftragter für Integration und Migration des Senats von Berlin
· Gangway e. V., Berlin
· Jüdisches Museum Berlin
· Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen
· Schulen im ganzen Bundesgebiet (z. B. Dag-Hammarskjöld-Oberschule, Berlin)
· zahlreiche Landeszentralen für politische Bildung
· Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, Berlin
· zahlreiche Jugendämter (z. B. Stadtverwaltung Gera)
· Lokaler Aktionsplan Hamburg (LAP) Bahrenfeld/ Osdorf/ Lurup; LAP Ohrdruf (Thüringen)
· Körber-Stiftung
· Deutsche Gesellschaft e. V. Berlin

Erwartete Ergebnisse:
a) Vermittlung differenzierten Wissens über die Lebenswelten jugendlicher Migrantinnen und Migranten
b) Eine für die allgemeine Öffentlichkeit kostenlos zugängliche Fachbibliothek und Online-Datenbank zum Thema Migration
c) Konzepte für kontinuierliche Seminarangebote u.a. in Schulen, Jugendklubs, im Archiv der Jugendkulturen zu speziellen Jugendkulturen für Multiplikatorinnen, Multiplikatoren und Jugendliche über den Projektzeitraum hinaus
d) Sensibilisierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für das demokratische Potenzial alternativer Jugendkulturen
e) Die Ausstellungsprojekte werden von Migrantenjugendlichen geplant und sowohl im Archiv der Jugendkulturen als auch in anderen Räumen (Schulen, Jugendklubs, Galerien etc.) realisiert. Im selben Zusammenhang entstehen Reader, Fanzines und Dokumentationen.
f) Für Kommunen, Initiativen etc. werden qualifizierte Referentinnen und Referenten bereitgestellt und vermittelt.

Das Archiv der Jugendkulturen e. V. wird das Projekt "Migrantenjugendliche & Jugendkulturen" auch nach der Förderphase kontinuierlich ausbauen und seine Erfahrungen in der Jugendkulturforschung und auch seine Infrastruktur (Bibliothek) anbieten.
Die im Rahmen des Projektes qualifizierten Migrantenjugendlichen werden nach Abschluss des Projektes in der Lage sein, bundesweit als kompetente Referentinnen und Referenten oder für Interviews zur Verfügung zu stehen und eigene Projekte zu realisieren.

Das Archiv der Jugendkulturen steht sowohl den Jugendlichen als auch interessierten Schulen, Vereinen, Institutionen der politischen Bildung, Medien etc. langfristig als Kompetenzzentrum zur Verfügung.




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