10827 Schöneberg

Hands On History! Neugierig machen auf Geschichte

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Petra Zwaka

Kontaktdaten:
Jugendmuseum Schöneberg
Hauptstr. 40-42
10827 Berlin
Tel: 030-902776163
Email:
Email 2:
www.jugendmuseum.de www.geschichtslabor.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin-Schöneberg
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 07/2007-06/2010

Themencluster:
Früh ansetzende Prävention

Unterthema:
Historisches Lernen

Hauptzielgruppe:
Kinder und jüngere Jugendliche

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. "Hands On History" zielt auf die Erarbeitung modellhafter Herangehensweisen für die demokratische Erziehung von Kindern und jüngeren Jugendlichen, die einen Transfer in andere Bildungseinrichtungen zulassen und den Dialog über Entwicklungsperspektiven von jungen Menschen auf kommunaler Ebene nachhaltig gestalten.
2. Ausgehend von den besonderen Potenzialen eines regionalhistorisch verankerten Museums wird jungen Menschen eine zeitgemäße Geschichtsvermittlung angeboten, die aktuelle Bezüge nicht scheut.
3. Junge Menschen werden dabei unterstützt, sich selbst und andere als geschichtlich-kulturell gewordene zu verstehen sowie eigene Geschichtsbilder im Nebeneinander der Kulturen zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Handlungskonzept:
Im Mittelpunkt steht die Vermittlungsarbeit mit dem "Geschichtslabor", das "Forschungsstätte", Werkstatt, Experimentierfeld und Ausgangspunkt für weitere Recherchen im Stadtraum zugleich ist. Es soll Kinder dabei unterstützen, neue Zugänge zu Geschichte zu erfahren, Neugier zu entwickeln und ihren Forschergeist einzusetzen. Über eine persönliche Begegnung mit originalen Überresten, authentischen Orten und Menschen sollen reine historische Fakten ihre Abgehobenheit verlieren. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Faktenwissen, sondern auch um die Frage, wie sich historisches Lernen bei Kindern vollzieht und wie die Grundlagen für ein sich stetig entwickelndes Geschichtsbewusstsein gelegt werden können.

1. Etappenziel (2007/2008) war die Realisierung der interaktiven Ausstellung "Das Geschichtslabor-Historische Ermittlungen N. 01 - 1933-45" im Jugend Museum. Methodischer Ausgangspunkt waren Bildgeschichten und Comiczeichnungen, die erzählerisch stark und visuell einprägsam sind, konfrontiert mit authentischen Objekten und Dokumenten in 7 "Schausammlungen". Ein dazu gehörendes Archiv und ein Depot mit vielen weiteren Objekten vertieften die historischen Ermittlungen der Kinder. Zur Ausstellung wurde ein begleitendes pädagogisches Konzept entwickelt, um die Zielgruppe Kinder und jüngere Jugendliche in die Auseinandersetzung mit dem Ort und dem thematischen Gegenstand zu involvieren. Das Konzept wurde praktisch umgesetzt in Projekttagen und mehrtägigen Workshops in der Ausstellung und im Stadtraum. Begleitveranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie ein Fachsymposium mit mehreren Kooperationspartnern leisteten den Transfer zu den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Im Laufe des Jahres 2009 wurde "Das Geschichtslabor 1933-45 mobil" entwickelt und in Schulen erprobt.

2. Etappenziel (2009) war die Weiterentwicklung des "Geschichtslabors" mit einem neuen thematischen Schwerpunkt. Das Gedenkdatum "20 Jahre Mauerfall" wurde zum Anlass genommen, mit Kindern und jüngeren Jugendlichen in einen Dialog über die jüngste deutsche Geschichte zu kommen. Die Annäherung an das Thema erfolgte auf zwei unterschiedlichen, aber aufeinander aufbauenden Ebenen:
· Die ausstellungsvorbereitende Workshop-Reihe "Ost und West und mitten drin! Eine Zeitreise in das geteilte und vereinte Berlin": In insgesamt 8 viertägigen Workshops begaben sich "Ost- und West-Berliner" Schulklassen zu Ursachen, Folgen und Überwindung der deutsch-deutschen Teilung im Muaeum und im berlinweiten Stadtraum auf Forschungsreise und bereiteten ihre Ergebnisse für die gleichnamige Wanderausstellung auf.
· Die Realisierung der Ausstellung "Das Geschichtslabor – Historische Ermittlungen Nr. 02 - Berlin halb und halb". Hier laden über 300 echte Objekte aus der Zeit zwischen 1961 und 1989 zum Selbstentdecken ein. Denn hinter den Dingen verbergen sich Geschichten und Geschichte, die selbst erforscht werden müssen. Die Ausstellung wird wiederum von Projekttagen und thematischen Workshops begleitet.

3. Etappenziel (2010) ist die ausführliche Dokumentation der pädagogische Erfahrungen und Erkenntnisse und die Ausarbeitung von pädagogischen Materialien für die Hauptzielgruppe und Handreichungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Schulen und Kinderfreizeiteinrichtungen aus dem Bezirk - Sicherstellung der Fragestellungen und Projektkonkretionen an den Bedarfslagen und Interessen der Einrichtungen, Gewährleistung der Teilnahme von potenziellen Zielgruppen sowie Anbindung an nahezu alle Phasen des Projektes.

· Quartiersmanagement Schöneberger Norden Einbindung von Quartieren mit besonderem Förderbedarf, Einbeziehung von Migranten(Einrichtungen), finanzielle Förderung einzelner Projektbausteine und Unterstützung öffentlicher Präsentationen

· Schöneberger Kulturarbeitskreis e. V.:
Antragsteller für Drittmittelanträge, fachlicher Austausch

· Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen:
Forum zum fachlichen Austausch über "Historisches Lernen", Ausloten von Transfermöglichkeiten auf die pädagogischen Konzepte anderer Museen.

· Einrichtungen aus dem Ostteil der Stadt: Realisierung von bezirksübergreifenden Projekten mit einzelnen Regionalmuseen

· Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur
Förderung des 2. Moduls "Geschichtslabor zur deutsch-deutschen Geschichte"

Erwartete Ergebnisse:
Aus den entstandenen vielfältigen Produkten (insbesondere den Ausstellungen) sollen zum einen mobile Fassungen entwickelt werden, die die Fortführung des didaktisch-methodischen Ansatzes des Gesamtprojektes auch übertragbar auf andere Lernorte machen. Zum anderen sollen die weitreichenden Erfahrungen und Evaluationsergebnisse systematisch ausgewertet und in Form von Materialien und Handreichungen Dritten zugänglich gemacht werden. Im einzelnen:

Modul 1: Realisation der Ausstellung im Jugend Museum "Das Geschichtslabor - Historische Ermittlungen Nr. 01: 1933-1945" (2007/2008); Entwicklung einer mobilen Fassung des "Geschichtslabors 1933-45" zum weiteren Einsatz in den Schulen (2009), Erarbeitung pädagogischer Handreichungen für Lehrkräfte und beispielhafte Anschauungsmaterialien für Kinder und Jugendliche; weitere Entwicklung gemeinsamer Projekte im Rahmen des berlinweiten Netzwerks "NS und Holocaust - ein Thema für Kinder?"

Modul 2: Workshopreihe "Ost und West und mittendrin" im Jugend Museum und gleichnamige Wanderausstellung (Februar-April 2009, Wanderausstellung Sept.-Nov. 2009, Fortführung April-Juni 2010), Aufarbeitung ausgewählter Materialien für den mobilen Einsatz in den Schulen (2010)

Modul 3: Realisation der Ausstellung "Das Geschichtslabor - Historische Ermittlungen Nr. 02: Berlin halb und halb" im Jugend Museum (Eröffnung August 2009, Dauer bis 30.06.2010); Erarbeitung von Dokumentationsmaterialien, die auf den Arbeitsergebnissen der Kinder und Jugendlichen basieren (u. a. Zeitzeugeninterviews auf DVD, Trickfilme, biographische Bücher)




Webbug