12043 Neukölln



19 Freiheiten - Temporäre Jugendaktionsräume

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Regina Kramer

Kontaktdaten:
Kulturnetzwerk Neukölln e. V.
Karl-Marx-Str. 131
12043 Berlin
Tel: 030-6824780
Email:
www.kulturnetzwerk.de www.19Freiheiten.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-08/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen

Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Das Projekt will den Teilnehmenden die Grundrechte des Grundgesetzes und der damit verbundenen Werte für die Einzelnen innerhalb der Gesellschaft nahe bringen. Sie sollen Möglichkeiten zur nonverbalen Mitteilung von Ideen, Positionen und Emotionen kennen lernen und lernen, sich und ihre Positionen dazu auch öffentlich zu präsentieren.
2. Für die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren steht die Entwicklung beruflicher Orientierungschancen im Bezirk im Vordergrund.
3. Ein weiteres Ziel ist die Vernetzung unterschiedlicher Interessengruppen im Bezirk.
4. Im Bezirk soll Aufmerksamkeit für demokratische und künstlerische Potenziale bei den Jugendlichen hergestellt werden.

Handlungskonzept:
In Anlehnung an das Konzept der Peer-Education werden zunächst Neuköllner Heranwachsende mit und ohne Migrationshintergrund und junge Künstlerinnen und Künstler aus dem Weiterbildungsstudiengang "Kunst im Kontext" der UdK Berlin gesucht. Sie sollen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Projekt arbeiten. Sie nehmen über drei Monate an einer Fortbildungsreihe teil, bei der Expertinnen und Experten zu Grundgesetz und Verfassungen anderer Staaten, sozialen Problemlagen speziell in Neukölln sowie zur Konflikt- und Streitkultur, zu pädagogischen Möglichkeiten bei der Workshopleitung und Möglichkeiten der künstlerischen Umsetzung von komplexen Inhalten referieren und damit eine gemeinsame Grundlage für die Workshoparbeit herstellen.
Im Anschluss an diese Fortbildung werden drei Monate lang vormittags Workshops mit Schulklassen der Klassenstufen 5 bis 13 durchgeführt. An den Nachmittagen können offene Workshop-Angebote für unterschiedliche Zielgruppen, z. B. jüngere Kinder, Mädchen und junge Frauen, im Aktionsraum stattfinden. Die in den Workshops erarbeiteten Kunstwerke füllen allmählich den Aktionsraum. An den Wochenenden sowie zum Abschluss wird die Ausstellung für Publikum geöffnet sein.

Dieses Konzept wurde bisher in zwei Durchläufen realisiert: Im Zeitraum September 2007 bis Juni 2008 gab es im Norden Neuköllns eine Aktionsgalerie in der Karl-Marx-Straße, im Herbst 2008 wurde der zweite Durchlauf im Neuköllner Süden (Rudow) gestartet. Hier wurde bei der Fortbildung der inhaltliche Schwerpunkt "Auseinandersetzung mit rechtsradikalen Tendenzen" mit einbezogen.

Der dritte Durchlauf wird seit Herbst 2009 wieder im Norden Neuköllns realisiert. Noch einmal wurden sieben Teams in einer Fortbildung geschult; sie leiten seit Januar 2010 die Workshops für Schulklassen. Diese werden parallel zur Abschlussausstellung des Projektes in der bezirkseigenen "Galerie im Körnerpark" im benachbarten "Kreativraum" angeboten. Die Ausstellung bietet neben einem Rückblick auf die vergangenen zwei Projektjahre und die künstlerischen Ergebnisse aus den Workshops eine Videoinstallation, welche die 19 Grundrechte als individuelle Rechte neu beleuchtet, sie aber auch als Gemeinsames formuliert. Parallel zur Ausstellung erscheint die Dokumentation des Projektes.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Kooperiert wird mit dem Kulturamt Neukölln im Bereich Organisation und Unterstützung des gesamten Projektes sowie mit Neuköllner Oberschulen, um dort Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu werben und Schulklassen zur Teilnahme an den Workshops zu motivieren. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin (UdK) werden die künstlerischen Workshopleiterinnen und -leiter vermittelt und inhaltlich mitbetreut. Bei der Konzeptionierung und Durchführung der Multiplikatorenfortbildung wird eng mit Bildungsträgern (z. B. dem Bildungsteam Berlin-Brandenburg und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus) kooperiert. Jugendeinrichtungen des Bezirks werden zur Anwerbung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wie auch zur Fortführung und Weiterentwicklung des Projektes einbezogen.

Erwartete Ergebnisse:
1. Fortbildung von ca. 50 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Bereichen Grundgesetz und Grundwerte verschiedener Religionen sowie Gruppenleitungskompetenzen und künstlerische Umsetzung
2. Durchführung von 60 bis 80 Workshops für Schulklassen (je nach Workshop-Dauer). Bis zu 1.500 Schülerinnen und Schüler haben so die Möglichkeit, neue kreative Formen der Auseinandersetzung zu erlernen und sich mit den hier herrschenden Grundwerten zu beschäftigen.
3. Ausführliche Projektdokumentation mit Workshopkonzeptionen und entstandenen Kunstwerken
4. Weiterführung der Workshopidee in Kooperation mit Jugendeinrichtungen im Bezirk und Schulen