10115 Mitte

Bildungsmultiplikatoren gegen rechts

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Sabine Behn

Kontaktdaten:
Camino gGmbH
Scharnhorststraße 5
10115 Berlin
Tel: 030-7862984
Email:
www.camino-werkstatt.de www.bildungsmultiplikatoren.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Verschiedene Orte im Landkreis Müritz (M-V) und im Landkreis Havelland (Brandenburg)
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
weitere Länder: Brandenburg
Förderzeitraum: 09/2007-09/2010

Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen

Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen

Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Demokratische Strukturen und Partizipationsmöglichkeiten vor Ort werden gefördert. Auf dieser Basis werden Angebote entwickelt und bereit gestellt. Sie sollen die gesellschaftliche Integration von Jugendlichen sowie ihre Qualifizierung, bezogen auf soziale und demokratische Kompetenzen, ermöglichen. In diesem Rahmen werden interessierte und arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene, die integrative und bildende Funktionen übernehmen, zu sogenannten Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren qualifiziert.
2. Rechtsextremistisch gefährdete benachteiligte Jugendliche mit Schwierigkeiten der sozialen Integration werden erreicht.
3. Für die Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren werden die Chancen auf die eigene Integration in das Arbeitsleben verbessert.

Handlungskonzept:
Im Rahmen des Projektes werden Jugendliche und junge Erwachsene zu Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren ausgebildet. Es geht dabei auch darum, neue Methoden der Partizipation junger Menschen im Sozialraum zu entwickeln. Mittels lokal durchgeführter Projekte, die ein breit gefächertes Themenspektrum umschließen, werden Jugendlichen und jungen Erwachsenen neue Wege und Möglichkeiten vermittelt. Somit können sie sich eigenverantwortlich und jenseits von Elternhaus und Schule ihre Umwelt erschließen und sich in Prozesse des non-formalen und informellen Lernens integrieren. Diese Formen des Lernens zur Aneignung der Welt werden dann systematisch zur Stärkung demokratischer Kompetenzen sowie zur sozialen Integration nutzbar gemacht.

Durch die Qualifizierung zu Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren werden Jugendliche und junge Erwachsene in die Lage versetzt, Grundlagen von Demokratie und Toleranz weiter zu vermitteln, Netzwerke aufzubauen, jugendliche Freiwillige zu akquirieren und kleinere Projekte eigenständig zu organisieren. Des Weiteren werden die Integration und sozialen Kompetenzen von Jugendlichen gefördert, Selbstwirksamkeitsprozesse aufgebaut und erfahren, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen entwickelt. Die Jugendlichen werden somit zu "Bildungsanimateurinnen und -animateuren".

Die Gruppe der Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren besteht aus 15- bis 27-jährigen interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus nahräumlichen Peer-Gruppen, die aus unterschiedlichen sozialen Milieus stammen: "Fitte" und benachteiligte Jugendliche arbeiten und lernen zusammen. Durch den Aufbau dieser Gruppen wird das soziale Kapital vor Ort gestärkt. Die Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren haben im Vergleich zur klassischen Sozialarbeit andere Zugänge zu rechtsextremistisch gefährdeten, benachteiligten Jugendlichen, da sie deren Lebenswelten kennen und anerkennen. Als Peers sind sie aufgrund der ähnlichen Sozialisationsstrukturen mit den Handlungsorientierungen und Verhaltensmustern der Jugendlichen vertraut. So entstehen neue Kontakte und neue Formen der gemeinsamen Gestaltung von Bildung und Freizeit zwischen Jugendlichen, die sich ansonsten eher in getrennten Räumen aufhalten. Die Themen der Seminare sind weit gefasst und reichen von Argumentieren gegen rechts oder Moderation über Beteiligung in Jugendparlamenten hin zu Plan- und Stadtspielen zum Thema "DDR", da die Erfahrungen zeigen, dass viele Jugendliche einen hohen Bedarf haben, mehr über diese Zeit zu erfahren, die in ihrem Umfeld - Eltern, Schule - nur wenig thematisiert wird.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Im Landkreis Müritz besteht ein regionales Netzwerk, in dem Verwaltung, freie Träger, Schulen und weitere Akteure vertreten sind und in denen es um die kontinuierliche Abstimmung über den Fortgang des Projektes geht. Zentrale Kooperationspartner des Projektes sind hier das Jugendamt, die Schulen, die Schulsozialarbeit, der ASD und das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland Waren-Müritz als freie Träger. Weiterhin werden der Kreisjugendring und weitere freie Träger einbezogen.
Im Landkreis Havelland sind folgende Netzwerkspartner am Projekt beteiligt: Outlaw Jugendhilfe Havelland, Jugendkoordination und Flexible Hilfen, Diakonie Havelland. Wichtige Kooperationspartner und Stützen des Projektes sind in beiden Landkreisen Schulsozial- und Jugendarbeiterinnen und -arbeiter, die konsequent eingebunden werden, z. B. durch Teilnahme an den Regionalkonferenzen und Beteiligung an der Planung und Durchführung der Seminare für die Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren.

Erwartete Ergebnisse:
Bisherige Ergebnisse:
Die Seminare stoßen auf großes Interesse. Der Bedarf an neuen Angeboten, Austausch- und Engagementmöglichkeiten wird insgesamt als hoch eingeschätzt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Angebote zur Qualifizierung und Unterstützung bei der Umsetzung von kleineren Projekten von den Jugendlichen geradezu begierig aufgenommen werden. Der Bedarf, sich weiterzubilden, die eigenen Chancen zu erweitern, im Gemeinwesen aktiv zu werden und vor Ort etwas "anzustoßen" und "zu bewegen" ist sehr hoch. Es entstehen Gruppen, in denen Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Milieus gemeinsam Projekte planen und umsetzen.

Als Ergebnisse werden erwartet:
1. Den im Rahmen des Projektes qualifizierten Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren gelingt es, Projekte zu entwickeln und bisher nicht aktive Jugendliche dabei einzubeziehen.
2. Die Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren bleiben auch nach Ende des Projektes aktiv und setzen sich mit unterschiedlichen Aktivitäten für ihre Region ein.
3. Die lokalen Akteurinnen und Akteure sind nach Auslaufen des Projektes in der Lage, es inhaltlich weiterzuführen und zu begleiten. Sie können zudem die Qualifizierungen für die Bildungsmultiplikatorinnen und -multiplikatoren übernehmen.
4. Durch die enge Anbindung des Projektes an heterogene Netzwerke und die bereits bestehenden Regionalen Arbeitsgruppen sowie die Fortbildungen der Netzwerkakteurinnen und -akteure sind gute Ausgangsbedingungen für eine Verstetigung gegeben.




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