10963 Kreuzberg

Streitfall Religion - Interreligiöse Kompetenz und Konfliktbearbeitung

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Katharina Telschow-Dürr

Kontaktdaten:
Die Wille gGmbH
Wilhelmstr. 115
10963 Berlin
Tel: 030-258185152
Email:
www.diewille.de www.zentrum-jerusalem.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 08/2007-07/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen

Hauptzielgruppe:
Kinder und jüngere Jugendliche

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
"Streitfall Religion" entwickelt interreligiöse Kompetenz in der Einwanderungsgesellschaft durch die konzeptionelle Förderung von:
1. Kenntnissen über Geschichte, Kulturkreise und Hintergründe verschiedener Religionen,
2. Kommunikations- und Sprachfähigkeit: Fähigkeit zum Umgang mit unterschiedlichen religiösen Identitäten, Werten und Ansichten und
3. interreligiöser Konfliktfähigkeit im Sinne einer nachhaltigen Kooperationsfähigkeit. Somit können religiöse Konfliktfelder respektvoll und konstruktiv bearbeitet werden. Es sind aber auch die Grenzen religiöser Toleranz bewusst, diese können benannt werden.

Handlungskonzept:
"Streitfall Religion" entwickelt breitenwirksame interreligiöse Bildungsangebote für Jugendliche und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Handlungs- und erfahrungsorientierte Methoden stehen im Mittelpunkt.
Das Projekt "Streitfall Religion" arbeitet in 3 Teilprojekten:

1. Interreligiöse Workshops für Jugendliche: Grundlage aller Workshops ist die Verbindung von Wissensvermittlung und eigenem "Begreifen" mit allen Sinnen (Lernen mit Kopf und Hand). Dabei stellen die Kinder und Jugendlichen selbst etwas thematisch Verbindendes her. Aufbauend auf der Erfahrung in der Durchführung von interreligiösen Workshops mit Jugendlichen wurden neue Workshops entwickelt. Diese bearbeiten jeweils ein spezielles Thema der drei Religionen Judentum, Christentum und Islam in Form einer kreativen/ künstlerischen Annäherung, durch Exkursionen und in der Begegnung mit Vertreterinnen und Vertretern der Religionen.

2. Interreligiöses Konflikttraining mit Jugendlichen unterschiedlicher religiöser Herkunft:
Aufbauend auf den religiösen Grundkenntnissen und -fertigkeiten, die die Jugendlichen in den Workshops erworben haben, beschäftigen sie sich speziell mit Fragen interreligiöser Konflikte. Um diese angemessen bearbeiten zu können, spielen Themen wie die individuelle und kollektive Identität, der eigene familiäre (Migrations-)Hintergrund, die Verteilung von Macht, die Entwicklung von Empathie, Respekt, gegenseitiger Wertschätzung und Toleranz eine wichtige Rolle. Sensibilisierungs- und Bewusstsein schaffende Prozesse bzgl. der eigenen Person und der sozialen Verortung in der Klasse, Schule, im Kiez, Land etc. stehen im Vordergrund. Anhand von kreativen Übungen und Simulationen werden Konfliktthemen erkennbar und bewusst gemacht und mögliche Lösungsstrategien erarbeitet. Dabei wird deutlich, dass interreligiöse Konflikte eng mit interkulturellen, sozialen oder Gender-Konflikten verbunden sind. Das interreligiöse Konflikttraining erstreckt sich über 8 bis 10 Termine und kann im Klassenverband oder in kleinen Teams von 8-10 Jugendlichen der Oberschulen mit unterschiedlicher religiöser Identität und Herkunft durchgeführt werden.

3. Weiterbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren:
Zur Sicherung der Nachhaltigkeit und zur Breitenwirkung interreligiöser Bildung werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, insbesondere Lehrerinnen und Lehrer weitergebildet. Dies geschieht in halb- oder ganztägigen Fortbildungsveranstaltungen zu praxisrelevanten interreligiösen Themen. Eine Fachtagung zum Thema „Streitfall Religion? Interreligiöse Kompetenz und Konfliktbearbeitung“ wurde durchgeführt.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Konzeption und Durchführung der Workshops für Jugendliche und Weiterbildung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren:
· Jüdisches Museum Berlin
· Verein für Integration und Jugendhilfe "Lichtjugend" e. V.
· Stiftung Weltethos, Büro Berlin
· Ev. Berufsschularbeit Haus Kreisau
· Interkulturelles Haus Schöneberg
· Keramikatelier Yad Chanah
· Zertifiziertes koscheres Café Bleibergs

Konzeptionelle Beratung:
· Herbert-Quandt-Stiftung
· Arbeit, Bildung und Forschung e. V.

Akquise von Teilnehmenden:
· Arbeitsstellen für ev. Religionsunterricht Berlin-Stadtmitte, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg
· Leibniz-Gymnasium Berlin-Kreuzberg

Publikationen/ Fachveranstaltungen:
· Bildungsmarkt gGmbH
· Ev. Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte

Erwartete Ergebnisse:
1. Es wurden neue interreligiöse Workshops für Jugendliche und ein interreligiöses Konflikttraining für Jugendliche entwickelt und erprobt. Die kontinuierliche Durchführung dient der Erweiterung und Verbesserung der Qualität der Arbeit. Interreligiöse Fortbildungsveranstaltungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu diversen interreligiösen Themen werden kontinuierlich konzipiert und erprobt.

2. Die Konzeptionen werden jeweils als Handbücher für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren veröffentlicht. Die entwickelten Materialien stehen einer breiteren Öffentlichkeit zur Nutzung bspw. im Schulunterricht zur Verfügung (u. a. Broschüre zu interreligiösen Workshops, Broschüre zur Verbindung des interreligiösen Konflikttrainings für Jugendliche mit dem Curriculum für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren - Bestellung beider Print-Publikationen beim Träger bzw. Download über die Homepage des Projektes).

3. Tondokumente der durchgeführten Fachtagung mit Ausschnitten aus den Vorträgen der Referenten stehen zum Download auf der Website des Projektes bereit.

4. Die Veranstaltungen werden intern evaluiert.

5. Neben der inhaltlichen Fortführung der Ideen durch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ist auch eine organisatorische Weiterführung der Arbeit geplant. Das bestehende Netzwerk zur Verstetigung der Bildungsangebote wird kontinuierlich erweitert.

6. Die interreligiöse Konfliktprävention soll fester und institutionalisierter Bestandteil im Angebot der Jerusalemkirche - Forum für interreligiöse Bildung werden.




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