10627 Charlottenburg



Dialogestan - Jugendliche argumentieren für die Menschenrechte

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Christian Helm

Kontaktdaten:
Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum e. V. (EPIZ)
Schillerstr. 59
10627 Berlin
Tel: 030-61203954
Email:
www.epiz-berlin.de www.epiz-berlin.de/
?MRB/
Projekt
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin, Weimar, Potsdam, Dessau, Oranienburg
Bundesland: Berlin
weitere Länder: Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Förderzeitraum: 08/2007-08/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen

Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Hauptziel des Projektes Dialogestan ist die Sensibilisierung und Aktivierung Jugendlicher und junger Erwachsener aus Berlin und den neuen Bundesländern für die Menschenrechte. Junge Menschen zwischen 16 und 22 Jahren lernen in einem gemeinsamen Prozess die fundamentale Bedeutung von Menschenrechten kennen und erproben, wie sie sich in ihrem lokalen Umfeld für die Wahrung und Verbreitung von Demokratie und Toleranz in einer pluralistischen Gesellschaft einsetzen können. In einer Ausbildung zum Peer-Educator wurden Jugendliche darüber hinaus als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Durchführung eigener zivilgesellschaftlicher Aktivitäten qualifiziert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung und Durchführung eigener Mikroprojekte und Aktionen (z. B. die Durchführung von Infoständen/ Mitmachaktionen). Oberthema für das Jahr 2010 ist der Komplex "Menschenrechte - Flucht und Asyl".

Handlungskonzept:
Menschenrechtsbildung für und durch Jugendliche und junge Erwachsene ist mehr als Wissensvermittlung über Menschenrechtsfragen. Sie bietet pädagogisch strukturierten Raum für die Auseinandersetzung mit und die aktive Entwicklung von eigenen ethischen und politischen Grundhaltungen und Werten im Kontext der historischen und weltweiten Entwicklung der Menschenrechtsidee. Sie wirkt präventiv, indem die Bereitschaft und Fähigkeit, sich für Menschenrechte und den respektvollen Umgang in einem pluralen Gemeinwesen einzusetzen, sowie demokratische Einstellungen und Handlungsweisen gestärkt werden.

Menschenrechtsbildung eignet sich ganz besonders für eine Aktivierung im zivilgesellschaftlichen Sinne.
· Insbesondere indem die Teilnehmenden auf eine Vermittlungsaufgabe vorbereitet werden, ermöglicht sie eine intensive Reflexion eigener Einstellungen und die Gewinnung von Positionen z. B. in Bezug auf kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt und gemeinsame demokratische und ethische Grundwerte sowie den Umgang mit widerstreitenden Interessen.
· Sie gewährleistet eine hohe Methodenkompetenz zur Durchführung eigener Aktivitäten und motiviert - ausgehend von der Erkenntnis gemeinsamer Werte und Rechte - für dauerhaftes Engagement.
· Die teilnehmenden Jugendlichen übernehmen zivilgesellschaftliche Verantwortung für Prozesse politischer Bildung und Gestaltung, die sie selbst (mit pädagogischer Anleitung) entwickeln.

Nach dem pädagogischen Ansatz der Peer-Education werden Jugendliche ausgebildet und dabei angeleitet, anderen Gleichaltrigen und/ oder Jüngeren etwas beizubringen. Das Peer-Programm umfasst mehrere Bausteine: mehrtägige Seminare zu den Grundlagen der Menschenrechte, zu Gewalt und Folter und zu Kinderrechten bieten die Möglichkeit, sich mit aktuellen Menschenrechtsfragen auseinanderzusetzen. Hier werden unter Anleitung erste eigene Bildungsveranstaltungen entwickelt und durchgeführt. Im Rahmen der Kompetenztrainings, u. a. im Bereich Journalismus, gewinnen die Teilnehmenden wichtiges Handwerkszeug, um aktiv an der Verbreitung des Menschenrechtsgedankens mitzuwirken.

Basierend auf dem Fall "Oury Jalloh" entstand ein Film, der die Situation von Flüchtlingen und asylsuchenden Menschen thematisiert. Der Film gewann in der Kategorie "Amateur" den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis. Zusammen mit dem eigens entwickelten didaktischen Material bietet der Film Jugendlichen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eine Möglichkeit, sich mit Menschenrechten im Zusammenhang mit dem Themenfeld Flucht und Asyl auseinanderzusetzen.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Dialogestan will Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund aus Berlin und den neuen Bundesländern ansprechen. Daher wird mit vielfältigen Kooperationspartnern gearbeitet: RAA Brandenburg, Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar, Multikulturelles Zentrum Dessau, Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt, Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V., LAP Burg, Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit, Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e. V., Frieden für Europa und Muslimische-Stimmen.de, Bahai-Vertretung in Deutschland.
Das Deutsche Institut für Menschenrechte berät bei der Konzeptentwicklung- und Umsetzung. Die Theaterpädagogik des GRIPS-Theaters gestaltet die Workshops mit.
Auch wird in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Menschenrechtsbildung von Amnesty International zusammen gearbeitet.

Erwartete Ergebnisse:
Am Ende des Projektes sind ca. 20-30 Jugendliche für die Menschenrechte sensibilisiert worden. Sie haben Methoden kennengelernt und erprobt, mit denen sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen für die Menschenrechte aktiv werden können. Ausgehend von den eigenen Interessen wurden gemeinsam Aktionen im lokalen Umfeld geplant und durchgeführt. Zudem haben die Peers Prozesse einer menschenrechtorientierten Bildung initiiert.
Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde ein Menschenrechts-Activity Spiel entwickelt, das bundesweit für die Bildungsarbeit zur Verfügung steht.
Der Film "Oury Jalloh" und das dazugehörige didaktische Material zum Thema "Flucht und Asyl" werden bundesweit von verschiedensten Bildungseinrichtungen nachgefragt. Die Unterrichtsbroschüre ist auch online verfügbar. Im EPIZ-E-Learning Center können Hintergrundinformation, didaktische Anregungen zur Umsetzung in Unterricht und Bildungsarbeit sowie weiterführende Links zum Thema Flucht und Asyl zur Verfügung gestellt werden. Ein Forum ermöglicht den Erfahrungsaustausch von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Bereits jetzt sind vielfältige Module zur Menschenrechtsbildung über die EPIZ-Lernplattform zu benutzen. Schulveranstaltungen und Mulitplikatorenfortbildungen in Berlin verankern Thema und Materialien in der regionalen Bildungslandschaft.