10997 Kreuzberg



Starke Kinder machen Schule

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Dirk Wullenkord, Jetti Hahn, Songül Bitiş

Kontaktdaten:
FiPP e. V. - Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis
Schlesische Straße 19
10997 Berlin
Tel: 030-25090557
Email:
www.fippev.de www.starke-kinder-machen-schule.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-08/2010

Themencluster:
Früh ansetzende Prävention

Unterthema:
Förderung von Partizipation bzw. die aktive Beteiligung an demokratischen Entscheidungsprozessen

Hauptzielgruppe:
Kinder und jüngere Jugendliche

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Im Sinne einer präventiv-pädagogischen Arbeit gegen demokratie- und menschenrechtsfeindliche Einstellungen verfolgt das Modellprojekt folgende Ziele:
1. Kinder an Grundschulen in ihrem demokratischen Bewusstsein und ihren Handlungskompetenzen zu stärken, schwerpunktmäßig zu den Themen Vielfalt und Kinderrechte.
2. Demokratische Beteiligungsstrukturen nachhaltig an Grundschulen zu verankern und Demokratie für Kinder erlebbar zu machen.
3. In der Einwanderungsstadt Berlin einen Austausch zwischen Grundschulen in sehr unterschiedlichen Umfeldern zu ermöglichen und einen Dialog über gemeinsame Werte anzuregen.

Handlungskonzept:
1. Ganzheitlicher Ansatz
Starke Kinder machen Schule setzt schwerpunktmäßig im Bereich der Entwicklung und Erprobung von neuen Lernmaterialien an. In der konkreten Umsetzung verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz, um die Themen Demokratie und Toleranz im Unterricht und in den jeweils vorhandenen Nachmittagsangeboten der Schulen nachhaltig verankern zu können. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, die spezifischen Ausgangssituationen und Bedürfnisse an den verschiedenen Standorten zu berücksichtigen. In diesem Sinne arbeitet das Projekt mit allen an der Schule Beteiligten (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter) zusammen und baut schulübergreifende Strukturen des Austausches und gemeinsamen (voneinander) Lernens auf.

2. Entwicklung von Lernmaterialien für den Unterricht und Nachmittag
Gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen werden Lernbausteine zum Einsatz im Unterricht und Nachmittag (im Hort, Schülerclub, Schulstation) entwickelt. Themen sind u. a.:
· Stärkung der Ich-Identität
· Umgang mit Vielfalt - Umgang miteinander
· Vorurteile und Diskriminierung
· Alternativen zu Gewalt
· Demokratie erleben
· Kinderrechte

3. Pädagogische Begleitung von Lerngruppen
Mit den Kindern werden themenspezifische Projekttage und Arbeitsgemeinschaften in und außerhalb der Unterrichtszeit durchgeführt. Durch den Einsatz von Video und Theater wird das Gelernte vertieft, visualisiert und weiter bearbeitet. Die Filme und Theaterstücke dienen auch dem Austausch zwischen den verschiedenen am Projekt beteiligten Schulen und der Präsentation des Projektes nach außen.

4. Beratungen und Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen
Mit den am Projekt beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen werden praxisnahe Beratungen und Fortbildungen durchgeführt. Dabei geht es v. a. darum, Pädagoginnen und Pädagogen über die Vermittlung von Methoden für ein vorurteilsbewusstes, nicht diskriminierendes und demokratisches Miteinander im Schulalltag für ihre eigene Rolle und Haltung zu sensibilisieren, um so Inhalte und Ziele des Projektes nachhaltig an Schulen verankern zu können.

5. Anti-Bias und Betzavta: Methodische Schwerpunkte
Die zentralen methodischen Ansätze sind der Anti-Bias-Ansatz und Betzavta. Anti-Bias ist ein in den USA und Südafrika entwickelter Ansatz zur Bearbeitung von Diskriminierung, der die Stärken und Fähigkeiten der Kinder betont, statt bei den Defiziten anzusetzen. Im Rahmen von Übungen werden Diskriminierung, Vorurteile und Vorannahmen bewusst gemacht und die Teilnehmenden für eigenes Verhalten sensibilisiert. Betzavta (hebräisch: miteinander) ist ein Übungsprogramm zur Demokratie-, Menschenrechts- und Toleranzentwicklung aus Israel. Ziel ist es, Selbstreflexion, Empathie sowie demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen zu fördern, um so den Weg für demokratische Entscheidungsprozesse und gewaltfreie Konfliktlösungen zu bereiten.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Projektbeteiligte Schulen und deren Einrichtungen:
1. Peter-Pan-Grundschule, Marzahn-Mitte
· Hort der Peter-Pan-Grundschule
2. Freizeithaus HUGO, Hort der Kolibri-Grundschule
3. Heinrich-Zille-Grundschule, Kreuzberg
· Heinrich-Zille-Hort
4. Birken-Grundschule in Spandau
· FiPP-Horte GrüneBirke an der Birken-Grundschule

Weitere Projektpartner:
Wichtig für ein nachhaltiges Ganztagsschulkonzept sind Schulöffnung, eine Kooperation zwischen Schulen und Jugend- und Kulturarbeit auf lokaler Ebene und ein stadtteilbezogener Ansatz, der auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten vor Ort eingeht. In diesem Sinne werden zur Umsetzung des Projektes weitere Kooperationspartnerschaften in den jeweiligen Sozialräumen angestrebt bzw. bereits bestehende Partnerschaften der Schulen berücksichtigt. Darüber hinaus wird mit anderen Organisationen zusammengearbeitet, etwa mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte.

Erwartete Ergebnisse:
1. Erfolgreiche Entwicklung und Erprobung von Lernmaterialien
Im Rahmen des Projektes werden Lernbausteine zur Bearbeitung der Themen "Demokratie, Toleranz und Vielfalt" zum Einsatz im Unterricht und den Betreuungsangeboten am Nachmittag entwickelt. Diese sind zum einen auf weitere Klassen an den beteiligten Schulen, zum anderen auf weitere Grundschulen übertragbar.

2. Stärkung und Ausweitung von nachhaltigen Beteiligungsräumen
Das Projekt nimmt an den verschiedenen Standorten Einfluss auf die Beteiligungsmöglichkeiten und Chancen der Schülerinnen und Schüler. Von diesen strukturellen Veränderungen profitieren auch die Schülerinnen und Schüler, die "zukünftig" die jeweiligen Schulen besuchen. Im Projekt erprobte partizipative Elemente werden in den Schulstrukturen nachhaltig verankert.

3. Beteiligungsorientierte Umsetzung des Projektes und Transfer von Projektergebnissen und Erfahrungen
Grundlegend ist eine Weiterführung des Projektes an den beteiligten Standorten dadurch gewährleistet, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher an der Umsetzung direkt beteiligt sind. Die Projekterfahrungen werden fortlaufend dokumentiert, Projektergebnisse und -erfahrungen werden in Form von Methodenhandreichungen und Lernmaterialien aufgearbeitet. So können sie sowohl im Bereich der konkreten Gestaltung von Schule als auch im Bereich von Fortbildungen der schulischen und sozialpädagogischen Weiterbildungseinrichtungen verankert werden.