| Kontaktdaten: Violence Prevention Network e. V. Ernst-Reuter-Haus Strasse des 17. Juni 114 10623 Berlin Tel: 030-91705464 Email: www.violence-prevention-network.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Berlin Bundesland: Berlin weitere Länder: Hamburg, Niedersachsen, Bremen Förderzeitraum: 1/2008-12/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Umgang mit interethnischen Konflikten in der Einwanderungsgesellschaft
Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten
Leitziele:
Verbreitung und Implementation eines innovativen Ansatzes der Präventions- und Bildungsarbeit mit fundamentalistisch gefährdeten Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Strafvollzug, im Übergangsmanagement und nach der Entlassung:
1. Qualifizierung von regionalen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie lokalen Teams
2. Transfer und Mainstreaming
3. Qualitätssicherung und Professionalisierung des entwickelten Ansatzes
4. "Door-Opener" für regionale Akteurinnen und Akteure
5. Aufbau regionaler Teams
Handlungskonzept:
1. Qualifizierung von regionalen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren:
Violence Prevention Network arbeitet mit fundamentalistisch gefährdeten Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Jugendvollzug. Diese Arbeit beinhaltet sowohl einen Präventions- wie auch einen Bildungsansatz. Sie umfasst einen ca. 4-5monatigen Trainingskurs, den Einbezug von Angehörigen in die Arbeit und die Option eines Stabilisierungs-Coachings nach der Entlassung.
Dieser noch weiter zu professionalisierende Ansatz der Präventions- und Bildungsarbeit soll nach Beendigung des Modellprojektes durch regionale Akteurinnen und Akteure in den beteiligten Bundesländern umgesetzt werden. Das dazu notwendige duale Qualifizierungssystem sichert sowohl die Vermittlung theoretischer Kenntnisse als auch die praktische Erprobung des erlernten Wissens in Form von Hospitationen. Um dies umzusetzen ist eine Durchführung von Trainingsmaßnahmen (inkl. des Coachings nach der Entlassung) mit der genannten Zielgruppe in den Jugendanstalten der beteiligten Bundesländer unabdingbar.
2. Transfer und Mainstreaming:
Die Implementation des innovativen Ansatzes der Präventions- und Bildungsarbeit mit fundamentalistisch gefährdeten Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Mainstream des Regelstrafvollzuges erfordert eine Umsetzung in möglichst vielen Bundesländern. Dazu notwendig ist die Identifizierung von so genannten "Opinion-Makers" und Schlüsselpersonen in den einzelnen Bundesländern.
3. Qualitätssicherung und Professionalisierung des entwickelten Ansatzes:
Die Qualität des Ansatzes steht und fällt mit der Einhaltung von Standards, die im Laufe von Entwicklungsprozessen sichtbar werden. Ziel des Modellprojektes ist es daher, ein Qualitätssicherungssystem zu entwickeln, das die Einhaltung dieser Standards durch die einzusetzenden regionalen Teams überprüfbar macht. Damit ist eine Absicherung der durch die vorausgegangene Evaluation als notwendig identifizierten Elemente des Projektes möglich. Bei der Übergabe der Umsetzung an die regionalen Akteurinnen und Akteure werden die zukünftigen Trainerinnen und Trainer mit regelmäßigem Coaching durch das Violence Prevention Network begleitet und unterstützt.
4. "Door-Opener" für regionale Akteurinnen und Akteure:
Die Erfahrung zeigt, dass die Umsetzung von Programmen externer Anbieter in JVA’s zumeist einen längeren Vorlauf benötigt. Eine zentrale Aufgabe des Modellprojektes wird daher auch darin gesehen, diesen Weg zu bereiten und als erfahrener Träger Türen für regionale Teams zu öffnen. Durch Information und Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der JVA bzw. nach der sukzessiven Implementation anhand erster Trainingsläufe wird gewissermaßen der "Staffelstab" an Akteurinnen und Akteure und Teams vor Ort übergeben.
5. Aufbau regionaler Teams:
Für die Sicherung des dualen Ansatzes (Training in Haft und Follow-up nach Entlassung) und die erfolgreiche Reintegration der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist der Aufbau von regionalen Teams sowohl für die Arbeit im Vollzug wie auch im Rahmen der Betreuungsarbeit nach der Entlassung bzw. die Arbeit mit dem Angehörigensystem unerlässlich.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Justizministerien/ Justizvollzugsanstalten der beteiligten Bundesländer
· Universität Köln
· Alice Salomon Fachhochschule (ASFH) Berlin
· Universität Bremen
· Hochschule Hamburg
· Universität Potsdam
· University of Kent
· Deutsches Jugendinstitut e. V. (DJI)
· Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e. V. (DVJJ)
· Ashoka Deutschland gGmbH und Ashoka International
· Bewährungshilfe/ Jugendgerichtshilfen
· Forum gegen Rassismus (BMI)
· Arbeiterwohlfahrt
· Regionale Bündnisse
· Landeszentralen für politische Bildung
· Migrantenorganisationen (Zentralrat der Muslime)
· Regionale Träger der Jugendhilfe
· Human Rights Advocates
· Northern Ireland Association for Care and Resettlement of Offenders
· National Offender Management Services
Erwartete Ergebnisse:
1. Übergabe und Fortführung des Ansatzes an/ durch regionale Akteurinnen und Akteure.
2. Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes von Teams, die den Ansatz umsetzen und verbreiten.
3. Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems zur Absicherung des Standards bei Übergabe an regionale Akteurinnen und Akteure sowie Teams.
4. Implementation in den Regelstrafvollzug auf Basis des neuen Jugendstrafvollzugsgesetzes.
5. Potenzieller Transfer des Ansatzes in ambulante Felder.
6. Fachliche Anerkennung des Ansatzes in der wissenschaftlichen und politischen Fachwelt