10117 Mitte



Aktiv gegen Antisemitismus - ein Programm mit drei Säulen

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Daniel Kauffmann

Kontaktdaten:
American Jewish Committee
Leipziger Platz 15
10117 Berlin
Tel: 030-22659416
Email:
www.ajcgermany.org www.aktiv-gegen-antisemitismus.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin
Bundesland: Berlin
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 04/2008 - 12/2010

Themencluster:
Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus

Unterthema:
Antisemitismus bei jugendlichen Migrantinnen und Migranten

Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Das Projekt "Aktiv gegen Antisemitismus" verfolgt das Ziel, Jugendliche für aktuellen Antisemitismus zu sensibilisieren und sie zu motivieren, aktiv gegen Antisemitismus und für ein auf gegenseitigem Respekt basierendes Miteinander einzutreten. Das Projekt richtet sich schwerpunktmäßig an Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und hat das Ziel, diese gegen antisemitische Erscheinungsformen stark zu machen sowie - vor allem bei Kindern im Grundschulalter - präventiv gegen Antisemitismus vorzugehen. Darüber hinaus richtet sich das Projekt an Lehrerinnen und Lehrer, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, die mit der oben genannten Zielgruppe in Kontakt stehen und deren aktive Einbindung in die Arbeit gegen Antisemitismus als besonders wichtig erachtet wird.

Handlungskonzept:
Das Projekt "Aktiv gegen Antisemitismus" basiert auf drei Säulen: Im Zentrum der ersten Säule stehen Kinder der Klassenstufen fünf und sechs. Diese setzen sich ausgehend von eigenen Migrations- und Minderheitenerfahrungen mit dem Zusammenleben verschiedener Kulturen in ihrer Stadt auseinander und nähern sich in Projektreihen der jüdischen Religion und Geschichte an. Dabei erfahren sie, dass Juden nicht ausschließlich Opfer antisemitischer Verfolgungen waren, sondern dass die jüdischen Minderheiten in den Ländern, in denen sie lebten und leben, wie z. B. Deutschland, der Türkei oder Polen, immer auch eine aktive Rolle in Geschichte und Gegenwart einnahmen und einnehmen. Die Kinder lernen die vielfältigen Formen des Judentums besser verstehen. Sie erfahren von Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen, z. B. dem Christentum und dem Islam. Auch mit aktuellen Formen von Antisemitismus setzen sich die Kinder in den Projekten auseinander und werden zielgruppengerecht an das Themenfeld Nahostkonflikt herangeführt.

Im Zentrum der zweiten Säule stehen Jugendliche mit Migrationshintergrund, die als Youth-Leader gewonnen und zu Expertinnen und Experten zum Thema Antisemitismus ausgebildet werden. Erfahrungen aus früheren Projekten haben gezeigt, dass Jugendliche Angeboten wie diesen mit viel Neugier und Interesse an anderen Religionen begegnen, vor allem, wenn ihnen signalisiert wird, dass sie nicht über die ihnen zugeschriebenen Defizite, sondern über ihre Stärken und Kompetenzen wahrgenommen werden. Die Youth-Leader-Ausbildung nimmt die Jugendlichen als Gesprächspartner ernst und befördert ihre Fähigkeit, antisemitische Feindbilder und Stereotype als solche zu erkennen und ihnen entgegenzutreten. Sie werden dabei in die Lage versetzt, auch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler entsprechend zu sensibilisieren.

Die dritte Säule hat zum Inhalt, Lehrerinnen und Lehrer, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Eltern sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die mit der Zielgruppe des Projektes arbeiten, in die Arbeit gegen Antisemitismus einzubinden. Dazu werden Fortbildungsseminare durchgeführt.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Partner des Projektes ist das LISUM Berlin-Brandenburg sowie die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Erwartete Ergebnisse:
Im Rahmen des Projektes "Aktiv gegen Antisemitismus" werden Projektbausteine für die Auseinandersetzung mit Antisemitismus entwickelt, erprobt und als Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Verfügung gestellt. Diese befähigen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus zu erkennen und diesen entgegen zu treten. Damit wird die Nachhaltigkeit des Projektes sichergestellt.