| Kontaktdaten: Interkulturelles Bildungszentrum gGmbH Mannheim H 2, 2 68159 Mannheim Tel: 0621-2935305 Email: www.ikubiz.de www.ikubiz.de/ bil.php |
Durchführung: Durchführungsort/e: Mannheim Neckarstadt-West Bundesland: Baden-Württemberg weitere Länder: - Förderzeitraum: 08/2007-07/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen
Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten
Leitziele:
Bezogen auf die Zielgruppe Migrantinnen möchte das Projekt im Einzelnen:
1. die Kompetenzen (soziale, kommunikative, sprachliche und erzieherische etc.) erweitern,
2. zur gesellschaftlichen Partizipation und zum Austausch mit Mehrheitsangehörigen aktivieren und
3. Selbstorganisationsstrukturen aufbauen, d. h. die Frauen sollen die Rolle von Multiplikatorinnen und Vorbildern für andere einnehmen und diese aktivieren.
Bezogen auf den Stadtteil soll das Projekt:
1. die interkulturelle Kommunikation fördern und dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Konflikte zu verhindern,
2. Akteurinnen und Akteure (Einrichtungen, Vereine, Einzelpersonen) vernetzen und
3. die interkulturelle Öffnung von Schulen und Kindertagesstätten fördern (bspw. durch die Implementierung von zweisprachigen Programmen und methodische Unterstützung bei der Elternarbeit mit Migrantinnen und Migranten etc.).
Handlungskonzept:
Der Stadtteil Neckarstadt-West gilt mit der zweithöchsten Arbeitslosigkeit (23 %) in Mannheim, mit knapp 11 % ALG II-Empfängerinnen und Empfängern, einem durchschnittlich niedrigen Bildungsniveau und knapp 43 % Migrantinnen und Migranten als sozialer Brennpunkt. Während in den letzten Jahren einige Projekte zur sozialen, schulischen und beruflichen Integration von jungen Migrantinnen und Migranten sowie Sprachförderprogramme für Kinder implementiert wurden, herrscht immer noch ein großer Mangel an Integrationsmaßnahmen für die Zielgruppe der Migrantinnen und jungen Mütter mit Migrationshintergrund.
Im vorliegenden Konzept sind vielfältige, in verschiedenen Kontexten gesammelte Erfahrungen des Projektträgers in der Arbeit mit Migrantinnen in einem ganzheitlich orientierten und sehr vielfältigen Projektangebot zusammengefasst. Eine Besonderheit des Projektes ist dabei die Kombination von individueller Förderung von Migrantinnen durch eine große Angebotspalette mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung von Strukturen im Stadtteil. Das Angebot ist zum größten Teil niedrigschwellig, d. h. es spricht insbesondere auch solche Frauen an, die bisher gar nicht oder nur ungenügend durch Maßnahmen erreicht wurden oder für die die Hemmschwelle zur Partizipation an diesen zu hoch ist. Die Frauen werden nicht als bloße Klientinnen betrachtet, die es zu fördern und stärken gilt. Vielmehr stehen auch ihre Stärken und Ressourcen im Fokus der Arbeit. In diesem Sinne bestimmen auch die Frauen den Projektinhalt, da sie den Bedarf artikulieren, der das Angebot definiert.
Das Projekt stärkt zum einen durch eine aufeinander abgestimmte Palette an Angeboten die Kompetenzen der Migrantinnen. Zum anderen kann durch den Aufbau von Netzwerken und die damit einhergehende Förderung der Zusammenarbeit von Einrichtungen auf strukturelle Veränderungen im Stadtteil hingewirkt werden. Hiermit wird auch ein zentraler Beitrag zur Nachhaltigkeit des Projektes gewährleistet. Von dem Projekt profitieren kurzfristig zunächst die Migrantinnen und deren Familien bzw. deren familiäres Umfeld. Jedoch erfährt mit zunehmender Projektlaufzeit auch der Stadtteil eine positive Entwicklung.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
Es wird mit allen im Themenbereich arbeitenden Stadtteileinrichtungen und Gremien kooperiert: Quartiersmanagement und seine Strukturen (Stadtteilgruppe, verschiedene Arbeitskreise, in denen sich die Stadtteilakteurinnen und -akteure zwecks Vernetzung, Austausch und Realisierung gemeinsamer Aktivitäten treffen). Zu den wichtigsten Kooperationspartnern gehören zudem die Kitas und Schulen im Stadtteil, die z. T. auch in den jeweiligen Arbeitskreisen aktiv sind. Auch die konfessionellen Einrichtungen sowie die Migrantenvereine sind zur Zusammenarbeit eingeladen, da sie wichtige Multiplikatoren im Stadtteil sind und die Bevölkerung erreichen. Eine weitere wichtige Kooperationspartnerin ist die Stadt Mannheim mit den entsprechenden Ämtern (Beauftragter für Integration und Migration, Fachbereich Bildung, Fachbereich Kinder, Jugend und Familie etc.), die mit ihrem Wissen und ihren Ressourcen das Projekt unterstützen.
Zu allen genannten Einrichtungen, Vereinen und Netzwerken existieren zum Teil langjährige Beziehungen. Darüber hinaus existiert ein breites Netzwerk an Einzelpersonen, auf das in der Umsetzungsphase zurückgegriffen werden kann.
Erwartete Ergebnisse:
Erwartet wird erstens, dass sich das Projekt zu einem dauerhaften Angebot und einer wichtigen sowie anerkannten Anlaufstelle für Migrantinnen und deren Familien entwickelt. Das Projekt trägt zweitens zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Zielgruppe und ihrer Familien bei. Drittens wird erwartet, dass das Projekt Institutionen für das Thema Interkulturalität öffnet, sensibilisiert und durch seine positive Resonanz bei der Bevölkerung auch Impulse über die Stadtteilgrenzen hinaus sendet. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit des Projektes wird erwartet, dass durch die Aktivierung und Ausbildung der Zielgruppe, perspektivisch immer weniger professionelle Fachkräfte nötig werden und somit kommunale Kosten sinken. Im Rahmen des Projekts entsteht ein Konzept für die Übertragbarkeit in weitere Stadtgebiete.