| Kontaktdaten: Forum der Kulturen Stuttgart e. V. Marktplatz 4 70173 Stuttgart Tel: 0711-24848080 Email: www.forum-der-kulturen.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Stuttgart Bundesland: Baden-Württemberg weitere Länder: - Förderzeitraum: 08/2007-12/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen
Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten
Leitziele:
1. Es sollen Voraussetzungen für eine stärkere Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am sozialen, kulturellen und politischen Leben geschaffen werden. Dies geschieht durch unterschiedliche Bildungsangebote, verstärktes Coaching einzelner Vereinsaktiver und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie vereins- und kulturübergreifende Angebote.
2. In einem partizipativen Prozess sollen Strukturen, Ziele und Wertvorstellungen der Migrantenvereine diskutiert und gemeinsam neu definiert werden, vor allem mit dem Ziel der stärkeren Berücksichtigung der Belange jugendlicher Migrantinnen und Migranten und deren stärkerer Beteiligung innerhalb der maßgeblichen Vereinsstrukturen.
3. Vereine sollen sensibilisiert werden für Themen wie Antisemitismus, Antirassismus, Fremdenfeindlichkeit, Integrationspolitik und das friedliche Zusammenleben von Religionen und Kulturen. In diesem Zusammenhang ist vor allem die intensive Förderung des Dialogs zwischen unterschiedlichen Gruppen, Kultur- und Religionsgemeinschaften hervorzuheben.
4. Vereine sollen verstärkt befähigt werden, sich bürgerschaftlich zu engagieren.
5. Vereine sollen qualifiziert und bezüglich ihres öffentlichen Auftretens gecoacht und fachgerecht unterstützt werden. Durch eine Professionalisierung und eine inhaltliche sowie logistische Begleitung der verschiedenen kulturellen und gesellschaftspolitisch orientierten Veranstaltungen der Vereine soll der Kontakt zwischen den verschiedenen in Stuttgart lebenden Kulturgruppen verbessert und ausgebaut werden.
Handlungskonzept:
Im Mittelpunkt des Projektes steht die gemeinsame, partizipative Entwicklung eines Bildungskonzeptes für Migrantenvereine. Dazu gehört der kontinuierliche Ausbau und die Durchführung der "Seminare beim Forum", eine regelmäßige Abfolge verschiedener Abend- und Wochenendseminare mit unterschiedlichen Themenstellungen (von integrationspolitischen Themen bis hin zu praktischen Fragen des Vereins- und Steuerrechts).
Neben diesen eher traditionellen Bildungsangeboten werden u. a. folgende "Pilotprojekte" geplant und durchgeführt, um neue Formen der Bildungsarbeit mit Migrantenvereinen zu erproben:
* Zweisprachige Sprachcafés: Teilnehmende der Fremdsprachkurse an der Volkshochschule (Russisch, Spanisch, Deutsch und Türkisch) treffen sich einmal im Monat mit dem jeweiligen Migrantenverein unter Leitung einer VHS-Dozentin zum interkulturellen Austausch und zur Verbesserung ihrer jeweiligen Sprachkenntnisse.
* Kulturpädagogische Angebote als "DiverCityLab": Hierzu gehören ein Theater- und ein Tanzprojekt. Das interkulturelle Theaterprojekt "Celebrate Good Times" beinhaltet eine generationenübergreifende interkulturelle theatralische Recherche zu verschiedenen Lebensaltern des Menschen. Zur Erarbeitung der jeweiligen Stücke werden gemeinsam die biographischen Aspekte der Teilnehmenden, ihre Erlebnisse und Erfahrungen ausgewertet. Das Tanzprojekt "Alles Folklore oder was?!" richtet sich an die Tanzgruppen aus den Vereinen, die Lust haben und bereit sind, anderen Tanzgruppen etwas beizubringen und gleichzeitig von den anderen etwas Neues zu lernen. Die beiden Projekte sollen auch dazu dienen, dass sich die Vereine besser kennen lernen, austauschen und voneinander lernen.
* Brunch Global: eine Reihe regelmäßiger interkultureller Kulturfrühstückstreffs, an denen sich (inter-)kulturell interessierte Menschen unabhängig von ihrem Vereins-, Kultur- bzw. Religions-Hintergrund treffen und austauschen können.
* Regelmäßige interkulturelle Diskussionsforen, wie z. B. "Einwanderungsland Deutschland", in dessen Rahmen hochkarätige Referentinnen und Referenten eingeladen werden und sich inhaltlich mit den Chancen und Risiken einer Einwanderungsgesellschaft auseinandersetzen.
* Runde Tische: Alle Runden Tische dienen sowohl dem Kennernlernen und dem Austausch der beteiligten unterschiedlichen Vereine, als auch der weiteren Qualifizierung der Teilnehmenden (Afrika-Tisch, Indien-Tisch, Arbeitskreis der entwicklungspolitisch engagierten Vereine, Runder Tisch "Zusammenarbeit mit Eltern")
Ziel aller Maßnahmen ist es, Orte kultureller Vielfalt sowie der interkulturellen und interreligiösen Begegnung als Grundlage für einen weiteren Ausbau der kulturellen und politischen Bildung von Migrantinnen und Migranten zu schaffen.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
· Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Baden-Württemberg (STUBE-BW)
Diverse Einrichtungen in Stuttgart:
Volkshochschule, Stadtbücherei, Integrationsbeauftragte, Stadtjugendring, frEE Akademie, Stiftung Geißstraße 7, Soziokulturelles Zentrum Laboratorium e. V.
Erwartete Ergebnisse:
Am Ende des Projektzeitraumes sollen nicht nur die beschriebenen Bildungsziele deutlich näher gerückt sein, es sollen vor allem auch Strukturen und Mechanismen entwickelt und verfestigt worden sein, mit denen nicht nur die Vereine sondern auch deren Mitglieder und Personengruppen im Umfeld (vor allem Jugendliche und junge Erwachsene) mit Bildungsangeboten besser erreicht und besser in entsprechende öffentlichkeitswirksame Aktivitäten einbezogen werden können. Am Ende des Projektzeitraumes soll ein Fachbericht mit praktischen Handlungsempfehlungen erstellt werden, der konzeptionelle Grundlagen zur Bildungsarbeit für und mit Migrantinnen und Migranten und ihren Vereinen enthält. Dieser Fachbericht soll der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden und anderen Kommunen und Institutionen für ihre praktische Arbeit als Unterstützung dienen.
Folgende Maßnahmen sind bereits in iher Fortführung gesichert:
* das Diskussionsforum "Einwanderungsland Deutschland" (Unterstützung durch die Landeszentrale für politische Bildung)
* die Literaturreihe "Literatur rund um den Globus" bis Ende 2011 (Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Stuttgart
* die Durchführung der Seminare mit der Unterstützung der frEE Akademie